Vorprojekt für Bypass Bachableitung

Der Gemeinderat hatte Ende Mai 2018 das Ingenieurbüro Jauslin Stebler AG mit der Ausarbeitung des Vorprojektes Bypass Bachableitung beauftragt. Das Projekt besteht aus dem Einlaufbauwerk im Bereich der Verzweigung Adlerfeldstrasse/Rösernstrasse, dem Bypass, welcher grösstenteils unter der Prattlerstrasse verläuft, dem Auslaufbauwerk im Bereich der Verzweigung Prattlerstrasse/Hülftenstrasse und der Sicherstellung der Hochwassersicherheit des Weiherbächli zwischen Auslaufbauwerk und dem Bachdurchlass im Bereich des Hofmattwegs.Bild_Projekt_Bypass_Bachableitung_2018.jpg

Ende September haben die Begleitkommission Hochwasser und die kantonale Fachstelle für den Wasserbau den Entwurf des Vorprojektes geprüft und mit wenigen Empfehlungen für die Fertigstellung zu Handen des Gemeinderates verabschiedet. Der Gemeinderat hat am 12. November 2018 das Vorprojekt gutgeheissen und den Auftrag zur Ausarbeitung des Bauprojektes erteilt, wiederum an Jauslin Stebler AG. Da die Umsetzung des Projekts im Rahmen eines kantonalen Nutzungsplans vorgesehen ist und damit Subventionen von Bund und Kanton zu erwarten sind, werden auch diese Arbeiten in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Abteilung Wasserbau des kantonalen Tiefbauamts erstellt.

Mit der Realisierung des Projekts kann im Bereich des Dorfkerns künftig eine Hochwassermenge von ca. 7.0 m3/s abgeleitet werden. Dies entspricht dem HQ300 (7.1 m3/s). Das Risiko von Überschwemmungen bei den Gebäuden unmittelbar vor und entlang des eingedolten Bachabschnitts kann damit massiv reduziert werden.

Die Kapazitätserhöhung mit dem neuen Bypass führt dazu, dass die Gesamtwassermenge künftig schneller abgeleitet wird und Überschwemmungen und Erosion im unteren Teil des Weiherbächli auftreten könnten. Dies ist der Grund, weshalb die Bachsanierung Bestandteil des Projekts Bypass ist. Mit der gleichzeitigen Sanierung des Bachabschnitts wird die Hochwassersicherheit auch im offenen Teil des Weiherbächlis sichergestellt und es erfolgt eine ökologische Aufwertung des Gewässers.

Bei einem Extremhochwasser (EHQ) wäre mit einer Wassermenge von ca. 9.4 m3/s zu rechnen, deutlich mehr als Bypass und alte Bachdole aufnehmen können. Für einen solchen Fall ist im bestehenden Einlaufbauwerk eine Notentlastung (Durchlass mit einem Durchmesser von 0.2 m) vorgesehen, welche das Wasser oberflächlich gezielt in Richtung Adlerfeldstrasse ableitet. Bei einem solchen Ereignis wären wie beim Hochwasserereignis 2016 die Adlerfeldstrasse und der Schmitteplatz von Überschwemmungen betroffen. Es ist davon auszugehen, dass bei einem solchen Extremereignis ohnehin in weiten Teilen des Siedlungsgebiets von Frenkendorf mit sehr grossen Schäden gerechnet werden müsste, weil z.B. anfallendes Oberflächenwasser gar nicht erst in das Weiherbächli gelangt.

Bei Hochwasserabflüssen besteht die Gefahr, dass Schwemmholz, Treibgut und Geschiebe den Einlauf des Bauwerks verstopfen oder seine Funktion beeinträchtigen können. Mit dem vorgesehenen Rechen kann Treibgut zurückgehalten werden. Trotzdem gilt: ohne Kontrolle und Wartung ist auch die beste Konstruktion wertlos. Die Kontrollen durch den Werkhof werden deshalb konsequent weitergeführt.

Mit der Erstellung des Bypasses und der Sanierung des offenen Bachabschnitts unterhalb von Dole und Bypass kann das HQ100 künftig sicher und mit einer verbleibenden Reserve abgeleitet werden. Mit dem neuen Bauwerk wird die Hochwassergefahr im dicht bebauten Siedlungsgebiet von Frenkendorf weitgehend reduziert. Nicht gemindert werden mit dem neuen Bauwerk die Gefahr des Oberflächenabflusses in den Hanglagen und das damit verbundene Risiko für Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Hier ist die Gemeinde daran, weitere Massnahmen zu prüfen.

Bis zum Projektabschluss sind noch diverse Arbeitsschritte vorzunehmen: Erarbeitung Bauprojekt und kantonaler Nutzungsplan, Durchführung kantonale Vernehmlassung, Bereinigung, Submission, Beschluss und Auflage des kantonalen Nutzungsplans, Beschlussfassung durch Gemeinderat. Gemäss aktualisiertem Terminplan können Bauprojekt und Baukredit voraussichtlich an der Einwohnergemeindeversammlung von Ende Juni 2019 zur Genehmigung vorgelegt werden.

Technischer Bericht Jauslin Stebler AG vom 26.10.18 zum Herunterladen