Geschichte

Namensherkunft

Erstmals urkundlich erwähnt ist Frenkendorf im Jahre 1249. Am Ende der Völkerwanderungen wurden die Alemannen in unserer Gegend sesshaft. Ein alemannischer Sippenführer namens Franko hatte hier wohl seine feste Heimstätte gefunden. Diese Heimstätte wurde nach seinem Namen «Frankovilare» genannt.
Die heutige Schreibweise des Dorfnamens geht, bei verschiedenen Abänderungen, auf das Jahr 1302 zurück.

Siedlungsspuren

Nach der Jungsteinzeit – 4000 bis 2000 vor Christus – dürften Menschen in der Gegend von Frenkendorf gelebt haben. Zeugen dieser Epoche sind Siedlungsstellen und Streufunde in den umliegenden Gemeinden. In Frenkendorf selbst gab der Boden bis heute keine Spuren früherer Siedler und Kulturen frei.

Auf der Schauenburgflue sind die Grundmauern eines gallorömischen Höhenheiligtums freigelegt worden. Aus Münzfunden hat sich nachweisen lassen, dass der kleine Quadrat – Tempel im zweiten und dritten Jahrhundert benützt wurde.

Geschichtsschreibung

Zur Zeit seiner ersten urkundlichen Erwähnung zählte Frenkendorf zur Herrschaft Schauenburg. Diese war Eigentum der Grafen von Froburg. Als Lehensträger wirkten bis zu ihrem Aussterben Ende des 14. Jahrhunderts, die Herren von Schauenburg. Die Besitzerrechte gingen dann an den Bischof von Basel und später an die Stadt Basel über.

Auch die Herren von Eptingen besassen bedeutende Güter im Dorf, so den Hof von Frenkendorf. Davon zeugt ein auf Pergament geschriebener Kaufbrief aus dem Jahre 1490, aufbewahrt im Gemeindehaus. Diesen Besitz erwarb Basel anfangs des 16. Jahrhunderts.

Seit der Trennung des früheren Kantons Basel im Jahre 1833, gehört Frenkendorf zum Kanton Basel – Landschaft und ist dem Bezirk Liestal zugewiesen.

Wappen

Im Unterschied zu den meisten anderen Gemeinden im Kanton besitzt Frenkendorf ein historisches Gemeindewappen. Der Halbmond wurde schon im Jahre 1865 in Ehren gehalten, wie der Brunnen beim Dorfplatz beweist. Auch andere Brunnentröge und Bannsteine bezeugen das stolze Alter des Frenkendörfer Halbmondes.

Ruinen

Nordöstlich der Schauenburgflue erhebt sich ein Felskopf mit der Ruine Neu – Schauenburg. Das sichtbare Mauerwerk stammt hauptsächlich aus dem 13. Jahrhundert.

Keramikfunde lassen auf eine frühere Burg am gleichen Ort schliessen. Nach dem grossen Erdbeben im Jahre 1356 ist die Neu – Schauenburg wieder aufgebaut und noch bis ins 15. Jahrhundert bewohnt worden. Deshalb führt sie das Präfix «Neu».

Eine zweite Burg, die südwestlich der Schauenburgflue gelegene Alt – Schauenburg, war wahrscheinlich ebenfalls im 13. Jahrhundert gebaut worden. Diese Burg blieb nach dem Erdbeben von Basel eine Ruine und heisst deshalb Alt – Schauenburg. Sie zerfiel vollständig. Erst im Jahre 1954 wurden Mauerreste wiederentdeckt und 1976/77 auf Veranlassung des Kantons ausgegraben sowie konserviert.

Hülftendenkmal

Ein schlichter Obelisk aus rotem Sandstein im Wäldchen nördlich des Friedhofs Äussere Egg erinnert an die Ereignisse des 3. August 1833, als die bewaffneten Auseinandersetzungen um die Trennung von Stadt und Landschaft Basel ihren Höhepunkt und Abschluss fanden.

Mit der teilweisen Trennung des Kantons Basel im Jahre 1832 waren die Exklaven Gelterkinden und das Reigoldswilertal mit Zugehörigkeit zur Stadt Basel entstanden. Am Morgen des 3. August 1833 rückten 800 Mann städtische Truppen mit sechs Geschützen aus, um ihren bedrohten Gemeinden der beiden Exklaven Hilfe zu leisten.

Oberhalb von Pratteln stiessen die Basler Truppen auf massiven Widerstand der Landschäftler. Bei der Hülftenschanze und bei der Griengrube Erli nördlich von Frenkendorf erlitten die Stadtbasler in kriegerischer Auseinandersetzung schwere Verluste und wurden zum Rückzug gezwungen. Als Folge dieses Rückschlages konnte der Halbkanton Basel – Landschaft in seiner heutigen Grösse entstehen.