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Ereignisse

vom 8. Juni und 28. August 2016 – Erkenntnisse und Stand der Arbeiten

Was ist passiert

Heftige Gewitter und starke Niederschläge bescherten Frenkendorf am Mittwoch, 8. Juni 2016 eine schlimme Hochwasser-Situation. Betroffen waren vor allem der Dorfkern im Bereich Schmitteplatz sowie periphere Liegenschaften an der Rösernstrasse, Aspgraben, Adlerfeldstrasse, Hülftenstrasse, Hofmattweg und Rüttimattweg. In weit über 100 Liegenschaften stand das Wasser zum Teil über 1.40 m hoch. In Kellern, Tiefgaragen sowie Erdgeschossen wurden nicht nur an den Gebäuden, sondern auch an diversen beweglichen Gegenständen grosse Schäden angerichtet. Die Ereignisdienste, allen voran die Feuerwehr Hülften, Teile des Zivilschutzes Altenberg und der Regionale Führungsstab sowie die Mitarbeiter des Werkhofes Frenkendorf und den Gemeindepolizeien Frenkendorf und Füllinsdorf haben grossartige Arbeit geleistet. Insgesamt standen zeitweise an die 100 Personen im Einsatz, viele davon teilweise über 24 Stunden am Stück.

Während des starken Gewitterregens gingen in drei Stunden fast 75 Liter Wasser pro m2 in Frenkendorf nieder. In der Folge trat das Weiherbächli zwischen Rösernstrasse 2 und Dole übers Ufer und an diversen Stellen überflutete zusätzliches Hangwasser das Dorf. Der Kanton spricht von einem 100 bis 300-jährigen Hochwasser.

In den frühen Morgenstunden vom Sonntag, 28. August 2016 wurde Frenkendorf erneut von einem heftigen Unwetter überrascht. Sintflutartige Niederschläge und starker Hagel ergossen sich über unsere Gemeinde. Die Niederschlagsmenge lag bei über 40 Liter und dies wiederum in sehr kurzer Zeit. Zahlreiche Liegenschaften waren diesmal primär von Rückstau aus der Kanalisation betroffen.

Sofortmassnahmen eingeleitet

Der Gemeinderat hat am 13. und am 20. Juni 2016 das ausserordentliche Ereignis diskutiert. Der immense Schadenumfang bereitet dem Gemeinderat Sorgen und es ist für alle Beteiligten klar, dass nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden kann. Aus diesem Grund wurden verschiedene Sofortmassnahmen eingeleitet und die weiterführenden Massnahmen beschlossen.

  • Rund 750 Sandsäcke wurden bestellt und grösstenteils an Besitzerinnen und Besitzer von gefährdeten Liegenschaften ausgeliefert. Die Sandsäcke sind kostenlos und können behalten werden.
  • Sämtliche öffentlichen Einlaufschächte und Leitungen im betroffenen Gebiet wurden gespült und gereinigt. Es wurde empfohlen, dies, wenn nicht bereits geschehen, auch für die privaten (Sicker-) Leitungen durchzuführen.
  • Die bestehenden Einsatzpläne der Pikettdienste wurden aktualisiert und ergänzt.
  • Der grosse Kanalisationsschacht in der Mitte der Schmitteplatz-Kreuzung wird künftig rechtzeitig als zusätzlicher Entlastungsschacht geöffnet.
  • Es wurde eine Spezial-Kommission «Hochwasser» eingesetzt. Die Kommission besteht aus Vertretungen des Gemeinderats und der Bauverwaltung sowie dem beauftragten spezialisierten Ingenieurbüro.
  • Mit allen Personen/Stellen, welche bei der Bewältigung des Hochwasserereignisses beteiligt waren, fand am 7. Juli 2016 ein detailliertes Debriefing statt. Der Gemeinderat will mit dieser Methode alle Erfahrungen, ob positiv oder negativ, einordnen, strukturieren, sichern und reflektieren.

Ereignisanalyse und Schwachstellenerhebung

Mit Beschluss vom 20. Juni 2016 hat der Gemeinderat einen Sonderkredit für den Auftrag an das spezialisierte Ingenieurbüro Jauslin Stebler AG bewilligt. Konkret werden Hergang und Umfang der Ereignisse im Detail untersucht und die Schwachstellen eruiert. Erste Ergebnisse dieser Analyse wurden anlässlich der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember 2016 vorgestellt. Basierend auf diesen Erkenntnissen wird nun ein Massnahmenkonzept erstellt. Um gegebenenfalls rasch effiziente Sofortmassnahmen umsetzen zu können, wird im Budget 2017 ein Kredit über CHF 200'000.00 zur Verfügung gestellt.

Dokumente zur Einsicht:

Analyse Hochwasserereignisse [pdf, 222 KB]
Übersichtsplan Hochwasser [pdf, 2.4 MB]
Präsentation Hochwasser [pdf, 1.9 MB]