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Neu Schauenburg

Allgemeines

Die Ruine Neu Schauenburg ist die ältere der beiden Schauenburger Ruinen. Sie liegt auf etwa 600 Meter über Meer und von ihr hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Vogesen und den Kettenjura.

2017 stürzte ein Teil des mittelalterlichen Mauerwerks beim Pavillon der Burgruine ein. Im Jahr 2020 ist daher der betroffene fachgerecht saniert und gleichzeitig bauarchäologisch untersucht worden. Die weitaus umfangreichere Sicherung der übrigen Ruinenreste, insbesondere der rund 80 m langen Ringmauer, läuft aktuell für die Jahre 2024/2025.

Die Gesamtkosten der Sanierungsarbeiten liegen bei etwa 3.8 Mio Franken und werden zur Hälfte durch den Kanton Basel-Landschaft sowie zu je einem Viertel durch den Bund der Eidgenossenschaft sowie die private Eigentümerschaft, die Familie von Tscharner, getragen. Letztere hat für die jetzt laufenden Arbeiten sowie für die künftige Pflege der Burgruine eine Stiftung gegründet. Diese hat den Erhalt der Burgruine, des denkmalgeschützten Pavillons sowie des Naturstandortes zum Zweck. Auch die Gemeinde Frenkendorf unterstützt diese Arbeiten.

Genaue und detaillierter Informationen zur Ruine Neu Schauenburg sowie eine wunderbare 3D Darstellung finden Sie unter: https://www.archaeologie.bl.ch/entdecken/fundstelle.php?fsid=112

Eine Besichtigung der Burgruine ist während der Sanierung nicht möglich. Am 16. August 2025 findet aber ein Tag der offenen Baustelle statt: https://www.frenkendorf.ch/infos/freizeit-kultur/neu-schauenburg/tag-der-offenen-baustelle.html/778.
Sie sind herzlich eingeladen!

Nach Abschluss der Sanierung Ende des Jahres 2025 kann die Ruine auf Voranmeldung beim Ortsmuseum Frenkendorf besichtigt werden.

Sanierungskonzept

Die geplante Sanierung 2020 beinhaltet massgeblich die Sanierung bzw. Konservierung des Mauerwerks im Bereich der einstigen Oberburg der Anlage, bzw. im Bereich des darin sekundär eingebauten neuzeitlichen Pavillons. Mehrere Mauerausbrüche in den vergangenen Jahren sowie zahlreiche offensichtliche weitere Mauerschalenablösungen machen hier die Sanierung aus Sicht der Baustatik und den Erhalt des baukulturellen Erbes im Rahmen einer geplanten Teiletappe A dringend notwendig.

Die Mauerreste werden gereinigt, dokumentiert und danach konserviert, bzw. saniert oder - falls unumgänglich - neu aufgebaut. Dazu sind auch umfangreiche baustatische Massnahmen wie Maueranker oder Ableitungen für das Oberflächenwasser notwendig. Grossangelegte Gerüstungen sowie komplizierte Transportwege innerhalb der Baustelle sind zu bewerkstelligen. Die Belange anderer kantonaler Fachstellen, wie zum Beispiel des Naturschutzes, sind berücksichtigt. Eine umfassende bauarchäologische Dokumentation der Mauerreste wird vorgenommen. Auch die künftige Pflege der Burgruine wird beachtet. Dazu gehören auch geotechnische Kontrollmessungen am Felsuntergrund, der auf der Südseite der Burgruine Instabilitäten aufweist.

Die Sanierung umfasst etwa 1/4 der noch vorhandenen Mauersubstanz der Burgruine. Die restlichen 3/4 (Teiletappe B) sind konservierungsbedürftig, jedoch nach Einschätzung der Bauingenieure aus baustatischer Sicht nur bedingt akut einsturzgefährdet. Deren Konservierung wird per Vereinbarung mit der Eigentümerschaft zeitlich etwas zurückgestellt, soll aber bei Zunahme der Schäden realisiert werden.

Geplanter Bauablauf

Nachdem die erforderlichen Arbeiten bereits ausgeschrieben und vergeben wurden, ist folgendes geplant:

  • Da kein tragfähiger Weg zur Ruine vorhanden ist, musste sämtliches Material sowie Maschinen mit einem Helikopter auf die Ruine transportiert werden. Insgesamt waren ca. 70 Rotationen erforderlich, um alles im Bereich der Ruine zu platzieren.
  • Aufgrund der aktuellen Corona-Krise werden die Arbeiten aber voraussichtlich erst nach Ostern aufgenommen. Dies auch unter dem Hintergrund um etwas mehr Planungssicherheit zu erlangen.
  • Aktuell geht man davon aus, dass mit einer ca. 4-monatigen Bauzeit zu rechnen ist.
  • Danach wird dann ca. Mitte / Ende August ein weiterer Helikoptereinsatz von Nöten sein, um Maschinen etc. wieder nach unten zu bringen.
  • Voraussetzung für den geplanten Ablauf ist, dass das Corona-Virus die aktuelle Planung zulässt!

Finanzierung

Die Sanierungsarbeiten stehen unter der Aufsicht der Archäologie Baselland und der kantonalen Denkmalpflege. Die Kosten für die Sanierungsarbeiten werden zu 50% durch den Swisslos-Fonds Baselland getragen. Dies auf der Grundlage des Entscheides des Landrats des Kantons Basel-Landschaft, die Burgruinen für die Nachwelt zu erhalten. Weitere 20% steuert die Eidgenossenschaft bei, den Restbetrag die Eigentümerschaft. Die Arbeiten werden unterstützt durch die Gemeinde Frenkendorf sowie durch Zivildienstleistende der Stiftung Baustelle Denkmal. Die Bauleitungs- und Bauingenieursaufgaben hat das Büro Aegerter & Bosshardt AG inne, die Sanierung am Mauerwerk führt die ERNE Bau AG aus.