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Kunststoffsammlung

Fragen und Antworten zum Thema Kunststoffsammlung

Gestützt auf eine offizielle Anfrage gemäss § 69 Gemeindegesetz beauftragte der Gemeinderat die Umwelt- und Energiekommission mit der Beantwortung der Fragen zum Thema „Kunststoffsammlung in Frenkendorf“.

1.   Wie steht der Gemeinderat Frenkendorf zur Einführung bzw. aktiven Unterstützung eines neuen Kunststoffsammelsystems?

Es gilt zu unterscheiden zwischen der gemischten Kunststoffsammlung und der gezielten Sammlung von Kunststoffen in Form von PET oder Kunststoffflaschen mit Deckel. Unter gemischter Kunststoffsammlung versteht man die Sammlung aller Kunststoffabfälle, die im täglichen Leben anfallen wie leere Plastikflaschen (Getränke, Öl, Essig, Putzmittel), Lebensmittelverpackungen, Folien etc. Nur ein Teil dieser Abfälle kann stofflich verwertet werden, der Rest wird in der Zementindustrie als Ersatzbrennstoff verwendet oder in der Kehrichtverbrennung in Wärme und Strom umgewandelt.

Im Gegensatz dazu steht die gezielte Sammlung von Kunststoffen in Form von PET-Flaschen und von Hohlkörpern mit Deckel (Getränke, Shampoo, Sonnencrème Putzmittel, Waschmittel), wie sie vom Detailhandel kostenlos angeboten wird. Der stofflich verwertbare Kunststoff aus separaten Sammlungen weist eine höhere Qualität auf und kann somit auch wieder für Verpackungen und Gebrauchsgegenstände oder im Falle von PET für Getränkeflaschen verwendet werden.

Die Aussagen aus der Fachwelt zur gemischten Kunststoffsammlung sind kontrovers. Einerseits werben die Anbieter von Kunststoffsammelsystemen mit dem Versprechen eines ökologischen Nutzens und dem Bedarf an wiederverwertbarem Kunststoff, anderseits raten Bund, Kantone und Fachverbände aufgrund einer Studie, die hohe Recyclingkosten und einen geringen ökologischen Nutzen aufzeigt, momentan von gemischten Kunststoffsammlungen ab. Insbesondere bei uns in der Region ist das Thema stark umstritten, da die Kehrichtverbrennungsanlage in Basel schweizweit zu den besten Anlagen betreffend Wirkungsgrad gehört.

 2. Wie viele Tonnen Kunststoff könnten in Frenkendorf mit einem Kunststoffsammelsack schätzungsweise jährlich gesammelt werden?

Aufgrund von Schätzungen (Quelle EZB) beträgt das Sammelpotential an Haushaltkunststoffen pro Einwohner pro Jahr ungefähr 30kg. Die Rücklaufquote liegt bei ca. 33%, das entspricht rund 10kg pro Person. Bei 6'500 Einwohnern entspricht dies: 10kg x 6'500 Einw. = ca. 65 Tonnen.

3. Wie könnten die gesammelten Kunststoffe wiederverwertet werden? Ist ein solches Recycling über den kompletten Kreislauf effektiv besser als in der KVA?

Im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU, acht Kantonen (darunter die Umweltämter von BL und BS) und verschiedenen Verbänden wurden der Umweltnutzen und die Kosten von Sammlungen und Verwertungen von Kunststoffen aus Haushaltungen untersucht.

Die wissenschaftliche Studie der Firma Carbotech AG und des Institut UMTEC der Hochschule Rapperswil ist zu folgendem Schluss gekommen:

Bei den gemischten Sammlungen von Kunststoffabfällen stehen dem verhältnismässig kleinen ökologischen Nutzen erhebliche Mehrkosten gegenüber. Bei einem Vergleich der beiden Verwertungswege „Kunststoff im Kehrichtsack“ und „gemischte Sammlung von Kunststoffen“ ist die Energieeffizienz der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) entscheidend. Die KVA Basel gehört betreffend Energieeffizienz zu den besten Anlagen der Schweiz. Aufgrund dieser Ausgangslage ergibt sich, dass Kunststoffsammlungen aus den Haushalten in der Region Basel einen geringen Umweltnutzen bei gleichzeitig erheblichen Mehrkosten aufweisen.

4.Mit welchen ungefähren Kosten wäre eine zweijährige Pilotphase einer separaten Kunststoffsammlung verbunden? Ist eine Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden denkbar?

In der näheren Umgebung werden durch privatwirtschaftliche Firmen bereits Sammelstellen und Sammelsysteme angeboten oder sind im Aufbau. Ein zusätzliches Angebot durch die Gemeinde würde aktuell nur noch mehr zur Verunsicherung beitragen. Die Gemeinde hat aktuell weder eine Pilotphase noch die definitive Lancierung einer Kunststoffsammlung geplant. Eine Aussage zu ungefähren Kosten kann daher mit verhältnismässigem Aufwand gegenwärtig nicht gemacht werden.

Die Entwicklungen auf dem Recyclingmarkt sowie die Handhabung dieses Themas in den angrenzenden Gemeinden, werden weiter mit grossem Interesse beobachtet. Eine Zusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden Füllinsdorf und/ oder Liestal ist daher denkbar.

5.Welche Massnahmen hat der Gemeinderat in der Vergangenheit zur Senkung der Umweltbelastung im Bereich «Entsorgung/ Recycling» bereits ergriffen? Welche weiteren Massnahmen wären zukünftig denkbar?

Die Gemeinde Frenkendorf bietet den Einwohnern ein breitgefächertes, gut funktionierendes Abfall- und Entsorgungssystem und ist stets bemüht, die Umweltbelastung weiter zu senken. Die Details der verschiedenen Sammlungen können der Allgemeinen Orientierung über das Abfallwesen entnommen werden. Seit 01.01.2016 sammelt beispielsweise die Firma Saxer Papier und Karton zusammen, womit zahlreiche Lastwagenfahren verhindert werden können. Weiter wird ab Januar 2018 mit der Bioklappe eine Sammlung für biogene Küchenabfälle angeboten, die bei der Bio­power Pratteln wiederverwertet werden.

Gemeinderat Frenkendorf

 Im November 2017